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Übung und Ausbildung Stützpunktwesen Lehrgänge

Waldbrandbekämpfung aus der Luft – Flughelfer trainieren auf der Hutterer Höß

FF Windischgarsten zur Übersicht

Drei Hubschrauber über Hinterstoder - 110 Einsatzkräfte bei Flughelferweiterbildung im Einsatz

HINTERSTODER: Ein Waldbrand in unwegsamem oder steilem Gelände stellt Feuerwehren vor besondere Herausforderungen. Einsatzkräfte und Ausrüstung müssen zu schwer erreichbaren Brandstellen gebracht und große Mengen Löschwasser über weite Strecken transportiert werden. Genau für solche Einsatzlagen trainierten Flughelfer aus ganz Oberösterreich gemeinsam mit weiteren Einsatzorganisationen im Übungsgebiet Hutterer Höß.

Im Rahmen eines Lehrgangs für Flughelfer der Feuerwehr nahmen 38 Teilnehmer aus den oberösterreichischen Flughelfer-Stützpunkten an der umfangreichen Ausbildung teil. Gemeinsam mit den unterstützenden Kräften waren insgesamt 108 Personen in den Übungsbetrieb eingebunden. Beteiligt waren unter anderem die Feuerwehren Hinterstoder, Vorderstoder und Windischgarsten, die Landes-Feuerwehrschule Linz, die Bergrettung, die Polizei sowie das Bundesheer.

 

Zusammenspiel zwischen Boden und Luft

Unterstützt wurde die Ausbildung durch Hubschrauber des Bundesministeriums für Inneres und des Bundesheeres. Im Mittelpunkt stand das koordinierte Zusammenspiel zwischen den Hubschrauberbesatzungen, den speziell ausgebildeten Flughelfern und den Mannschaften zur Bodenbrandbekämpfung.

Ein wesentlicher Schwerpunkt war der Transport von Einsatzkräften zu verschiedenen angenommenen Brandstellen. Dabei wurden sowohl das sichere Anlanden und Absetzen als auch der Transport mittels Winde trainiert. Gerade bei Waldbränden in alpinem Gelände können Einsatzorte oftmals nicht mit Feuerwehrfahrzeugen erreicht werden. Der Hubschrauber wird dann zu einem wichtigen Transportmittel für Mannschaft und Gerät.

Auch das Einweisen der Hubschrauber durch die Flughelfer wurde intensiv geübt. 

Löschwassertransport im steilen Gelände

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Löschwasserversorgung. Die Einsatzkräfte mussten geeignete Standplätze für Löschwasserbehälter auswählen und diese im steilen Gelände vorbereiten. Anschließend wurde das Wasser auf unterschiedliche Weise zu den vorgesehenen Stellen transportiert.
Zum Einsatz kamen dabei Bambi Buckets mit 500 beziehungsweise 1.000 Litern. Die Außenlastbehälter wurden am Landeplatz durch die Mannschaft befüllt beziehungsweise nahmen das benötigte Löschwasser aus einer AB-Mulde und dem Speicherteich II auf.

Neben dem Befüllen der Löschwasserbehälter im Gelände wurden auch gezielte Löschwasserabwürfe aus der Luft trainiert. Damit konnten die unterschiedlichen Arbeitsschritte von der Wasseraufnahme über den Transport bis zum eigentlichen Löschangriff realitätsnah durchgeführt werden.

Brandbekämpfung am Boden

Parallel zum Flugbetrieb arbeiteten die Bodenmannschaften an den angenommenen Brandstellen. Dabei kamen unter anderem Tragkraftspritzen, Rucksackspritzen, Feuerpatschen und D-Schlauchmaterial zum Einsatz. Auch der Stilwell Flyer wurde für die Arbeiten am Berg verwendet.
Die Flughelfer übernahmen dabei zahlreiche praktische Aufgaben. Dazu gehörten das Einweisen der Hubschrauber, die Vorbereitung von Lande- und Arbeitsbereichen sowie die Koordination der Transporte von Mannschaft, Material und Löschwasser.
Gerade bei einem Waldbrand müssen die Arbeiten in der Luft und am Boden exakt aufeinander abgestimmt werden. Hubschrauber bewegen sich dabei in unmittelbarer Nähe zu den Einsatzkräften, gleichzeitig müssen Außenlasten sicher aufgenommen und an den vorgesehenen Stellen abgesetzt werden.

Sicherheit im alpinen Gelände

Aufgrund des anspruchsvollen Übungsgeländes war auch die Bergrettung Hinterstoder in die Ausbildung eingebunden. Ihre Aufgabe lag unter anderem in der Sicherung des eingesetzten Personals im steilen Gelände. Damit konnte neben der eigentlichen Waldbrandbekämpfung auch die sichere Arbeit der Einsatzkräfte unter alpinen Bedingungen trainiert werden.
Als zusätzliches Szenario wurde ein Verletztenabtransport mit einem Hubschrauber AB 212 durchgeführt. Damit wurde auch jener Fall berücksichtigt, bei dem während eines Einsatzes eine Person aus schwer zugänglichem Gelände ausgeflogen werden muss.

Ausbildung bis zum letzten Flug

Zum Abschluss der Übungssequenzen mussten die eingesetzten Gerätschaften und Materialien wieder von den verschiedenen Brandstellen ins Tal transportiert werden. Danach erfolgte auch der Rücktransport der eingesetzten Mannschaften, Funktionsträger und Ausbilder.
Die groß angelegte Ausbildung auf der Hutterer Höß zeigte die zahlreichen Herausforderungen eines Waldbrandeinsatzes im alpinen Raum. Von der Erkundung und Vorbereitung geeigneter Standplätze über den Transport von Mannschaft und Material bis zu Löschwasserabwürfen und der eigentlichen Bodenbrandbekämpfung müssen viele unterschiedliche Aufgaben ineinandergreifen.

 

Mit insgesamt 108 beteiligten Einsatzkräften bot die Übung gleichzeitig die Möglichkeit, die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Landes-Feuerwehrschule, Bergrettung, Polizei und Bundesheer unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Gerade bei großflächigen Waldbränden in schwer zugänglichem Gelände ist dieses koordinierte Zusammenspiel eine wesentliche Voraussetzung für einen sicheren und wirkungsvollen Einsatz.

 

Bericht: BI d.F. Robert Essl
Bilder: Foto Kerschi - Rauscher